Autor Thema: Suizidratgeber  (Gelesen 10134 mal)

Chris

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Suizidratgeber
« am: Oktober 26, 2017, 15:17:47 »
Hallo liebe Community,

Es gibt einige Bücher zum Thema selbstbestimmtes Sterben. Ich finde es sollte aber ein frei zugängliches Buch zu diesem Thema geben, das kein Geld kosten sollte. Deshalb spiele ich mit dem Gedanken ein wikibook zu diesem Thema zu erstellen. Würde sich evt. Leute aus dem Forum daran beteiligen?
Das eben ist die große Selbsttäuschung, der wir uns hingeben, dass wir den Tod in die Zukunft verlegen: Zum großen Teil liegt er schon hinter uns, alles vergangene Leben liegt im Banne des Todes. Seneca

Heldin

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Re: Suizidratgeber
« Antwort #1 am: Oktober 26, 2017, 18:37:22 »
Du meinst sowas wie Final Exit oder The Peaceful Pill auf Deutsch?

Bücher über Suizidmethoden werden ja eh nicht verlegt in Deutschland, weder zum Verkauf noch kostenlos, soweit ich weiß. Möchtest du das ganze als eBook anbieten, quasi? Verlegen wird dir das keiner und wenn es einer tut (oder du es im Selbstverlag druckst) wirds schwupp di wupp indiziert, fürchte ich.  >:(
Als eBook: ja, könnte klappen...

Möchtest du auch ethisch-moralische Fragen aufgreifen?

Wir haben hier tatsächlich mal vr Urzeiten darüber nachgedacht, dem Forum ein Wiki anzuschließen - sind aber letztendlich wegen der Heidenarbeit, die sowas macht, davon abgerückt.
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Chris

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Re: Suizidratgeber
« Antwort #2 am: Oktober 27, 2017, 20:28:31 »
Du greifst genau die Themen auf, über die ich nachgedacht habe. Habe die Bücher "Final Exit" von Derek Humphry, "peacful pill" von Philipp Nietschke und "Wege zu einem humanem selbstbestimmten Sterben" von der Wozz-Stiftung gelesen. Nach der Lektüre dieser Bücher fühle ich mich sehr viel besser informiert als es bloß über google möglich war. Und ich finde halt das dieses Wissen allen Menschen die sich mit dem Thema Sterbehilfe oder Suizid allgemein konfrontiert sehen, zur Verfügung stehen solle. Und ich finde weiterhin, dass solche Informationen eben nichts kosten dürfen und es nicht kommerzialisiert werden sollte. Aber leider, wie du schon geschrieben hast, werden Bücher zu diesem Thema in Deutschland nicht verlegt, bzw. sogar indiziert. Und seid dem Sterbehilfe-Verbot von 2015 bin ich mir gar nicht mal sicher ob das nicht sogar strafrechtlich verfolgt wird. Deshalb war meine Überlegung eben ein wikibook zu schreiben. Das kann nicht verboten werden und jeder kann etwas zu diesem Thema beitragen.
Ich würde gerne sowohl die etischen Grundlagen als auch einen ganz praktischen Methodenteil einfließen lassen.  Seid dem Sterbehilfe-Verbot werden Menschen wie wir ja absolut im Stich gelassen und das finde ich ethisch nicht vertretbar. Und bevor ich sterbe möchte ich noch einen Beitrag zur Gesellschaft leisten der es Menschen einfacher macht in Sachen selbstbestimmten Sterbens.
Ich denke jeder Mensch wäre in bestimmten Grenzsituationen über solche Informationen dankbar.
Was denkst du Heldin wie viele Leute wir bräuchten für die Erstellung eines solchen Buches ?
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Re: Suizidratgeber
« Antwort #3 am: Oktober 27, 2017, 22:55:29 »
Ich kann mit dem Begriff "wikibook" nicht viel anfangen. Was genau ist das?

Zwei grundsätzliche Sachen: Sterbehilfe wurde nicht verboten, sondern das ganze geschäftlich zu betreiben. Anders gesagt: SterbehilfeVEREINE wurden verboten, da sowohl die Mitgliedschaft als auch die Arbeit dieser Kosten verursacht, die die Mitglieder tragen. Wenn du als Privatperson Beihilfe zum Suizid leistest, ist das nach wie vor straffrei. Klar: Sterbehilfe können eh nur Ärzte leisten. Aber was möchtest du denn, Suizidmethode beschreiben oder, wie jemand einen anderen töten kann? Da mag es eine ganze Menge Überschneidungen geben - aber eben nicht nur.

Das ganze ethisch aufzugreifen halte ich für nicht praktikabel. Dazu gibt es zig verschiedene Ansichten und man kann nicht sagen "X ist richtig, Y falsch". Wenn du das aufnehmen möchtest, wird dein Buch kein Informationswerk mehr sein sondern eines, das eine (deine) Meinung widerspiegelt. Bei mehreren Autoren gibt's garantiert Streit darüber.

Wieviele Leute man braucht? Tja, keine Ahnung. Ich würde mich gar nicht trauen, an sowas mitzuschreiben. Dafür fehlt mir die Erfahrung und das Wissen, über Suizidmethoden. Klar, ich lese seit zig Jahren in Foren mit - aber ich bin kein Experte und ich würde mir ständig gedanken machen, dass ein Ratschlag, eine Beschreibung von mir Schuld am Misslingen eines Versuchs ist. Das Problem, das ich dait hätte: so ein Buch ist, wenn es einmal publiziert ist, nicht mehr änderbar und jemand, der mehr Ahnung hat, als ich, kann nicht - wie in einem Forum - sagen "Hey, das geht so nicht, mach das besser so!".Viele Methoden entwickeln sich ja auch im Laufe der Zeit (weiter), einige funktionieren nach einiger Zeit nicht mehr, wenn z. B. Medikamente verändert werden... mir wäre das zu heikel.
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Chris

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Re: Suizidratgeber
« Antwort #4 am: November 03, 2017, 19:53:49 »
zur Sterbehilfe: In Deutschland ist die geschäftsmäßige Sterbehilfe verboten, das bedeutet jede auf Wiederholung ausgelegte Hilfe zur Selbsttötung. Darunter fällt auch die Förderung dieser. Dieses Gesetzt gilt auch für Privatpersonen. Lediglich Angehörige sind von dem Gesetzt ausgenommen.

zum wikibook: Das ist ein Projekt der wikimedia Foundation wie wikipedia auch. Man kann dort einen Buchvorschlag machen und dannach nach Leuten suchen die mitmachen wollen oder aber selber drauf los schreiben. Das Buchprojekt ist dann online und jeder der will kann mitarbeiten, wie in wikipedia auch. Das heißt das das was man schreibt nicht unveränderlich ist sondern jeder kann das editieren.

Es gibt schon ein englischsprachiges wikibook zu dem Thema:https://en.wikibooks.org/wiki/Suicide/Toxification
Da werden viele Methoden ausfürlich beschrieben. Auf Englisch halt.
Wir könnten fürs erste auch einfach eine Übersetzung dieses Buches ins deutsche machen. Das wäre für den Anfang vieleich einfacher weil man schon man eine Basis hat auf der viele Menschen aufbauen können.
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Re: Suizidratgeber
« Antwort #5 am: November 03, 2017, 20:30:35 »
Besteht dann nicht die Gefahr, dass das ständig einer löscht, der mit dem Thema nicht so einverstanden ist?

Zitat
Man kann dort einen Buchvorschlag machen

Hast du den schon gemacht? Und was sagt wikimedia dazu?
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Chris

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Re: Suizidratgeber
« Antwort #6 am: November 03, 2017, 21:34:58 »
Es gibt ja schon ein Buch zu zu diesem Thema... auf Englisch halt und das besteht immer noch.
Es hat anscheinend schon Löschungsanträge gegeben aber laut wikibooks hat auch so ein Buch seine Existenzberechtigung.
Siehe hier: https://en.wikibooks.org/wiki/Talk:Suicide
Solange das Buch von einem neutralen Standpunkt aus geschrieben ist. Gelöscht wird so einfach nicht auf wikibooks aber so genau kenne ich mich da auch nicht aus.
Und nein ich habe noch keinen Buchvorschlag gemacht da ich ja immer noch nicht weiß ob generelles Interesse an einer Zusammenarbeit besteht. Alleine kann ich so ein Projekt nicht stemmen und will es ehrlich gesagt auch nicht. Wenn sich jedoch einige beteiligen würden müssten wir überlegen was der nächst logische Schritt wäre. Ich denke wie weiter oben schon geschrieben dass es vielleicht Sinn macht erst einmal eine Übersetzung von dem bereits existierenden wikibook zu machen und dann auf dieser Basis das Buch weiterzuentwickeln.
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Exekution

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  • lieber stehend sterben,als kniend leben....
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Re: Suizidratgeber
« Antwort #7 am: Juli 02, 2018, 21:30:55 »
Naja,alles was wir über Sterbehilfe lesen,hören,was sozusagen professionell betrieben wird und auch propagiert wird,ist für die Betreiber ein reines Geschäft und somit für mich auch wenig glaubwürdig.Nietschke verkauft ein billiges Gas für einen grossen Preis und nennt das humane Sterbehilfe.Dignitas hat seine Dosis an Barbiturate erhöht(von 10 auf 15 Gramm) weil es angeblich mit der alten Dosis bei einigen Patienten zu lange gedauert hatte bis der Tod eingetreten ist.Ob es nun eine Preiserhöhung gegeben hat,darüber habe ich nichts gelesen,ich gehe aber davon aus.Ich selbst würde mir eine Beratung via Buch oder ähnliches nicht zutrauen,weil ich dieses ganze komplexe Thema nur für mich "studiert" habe und wieviel Wahrheit oder Realität ich dabei im wissenschaftlichen Sinne erfahren habe,kann ich nicht bewerten...
ich trinke auf das leben und saufe mich tot...